Raffinieren von Speiseöl

Bei der Herstellung von raffiniertem Öl wird durch Heißpressung und Extraktion eine erheblich höhere Ausbeute als bei der Herstellung von kaltgepressten Öl, Tropföl oder geschlagenem Öl erreicht. Ein zusätzliches Extraktionsverfahren mit chemischen Lösungsmitteln erhöht zusätzlich die Ausbeute. Da bei diesem Prozess allerdings Rückstände wie Pressrückstände und Lösungen im Öl zurückbleiben, wird dieses noch in einem Weiterverarbeitungsprozess der Raffination gereinigt. Hierbei werden auch Inhaltstoffe entfernt, die das Öl anschließend hitzebeständiger und haltbarer machen.

Die Raffination des Speiseöls wird in folgende Schritte unterteilt:

1. Entlecithinierung

Bei der Entlecithinierung wird aus dem Öl das Lecithin entfernt. Dieser Prozess hat keinen Einfluss auf die Qualität des Speiseöls. Das Lecithin ist ein Emulgator, der als wertvoller Rohstoff anderweitig weiterverwendet werden kann.

2. Entschleimung

Bei der Entschleimung werden aus dem Speiseöl die Trübstoffe entfernt. Durch Zugabe von Salzlösungen und anderen Säuren Flocken die Trübstoffe aus und können anschließend in Filter und Zentrifugen vom Öl getrennt werden.

3. Entsäuerung

Bei der Entsäuerung werden die freien bzw. ungesättigten Fettsäuren durch Zugabe von Natronlauge gebunden und anschließend ausgewaschen. Das Öl ist jetzt haltbarer. Freie Fettsäuren führen Maßgeblich dazu, dass Öl ranzig wird.

4. Bleichen

Bei der Bleichung wird das Öl in einem Vakuum auf 70 bis 90 Grad erhitzt. Durch Zugabe von Aluminiumsilikat oder Aktivkohle werden nun Farbstoffe, Schwermetalle und andere gesundheitsschädliche Stoffe gebunden und herausgelöst.

5. Dämpfung / Desodorierung

Bei der Dämpfung oder auch Desodorierung wird das Öl mit heißem Wasserdampf in einem Vakuum kurz behandelt und auf 270 Grad erhitzt. Hierdurch werden restliche unerwünschte Geschmacks-, Geruchsstoffe aber auch weitere gesundheitsschädliche Stoffe wie Pestizide und Insektizide zerstört bzw. entfernt.

Das so behandelte, raffinierte Öl ist nun haltbarer, hitzebeständiger, geruchlos, geschmacksneutral und farblos und kann somit vielfältig als Speiseöl in der Küche verwendet werden.

Wissenswertes über Speiseöl

Kochen Sie idealerweise immer Kartoffeln, bevor Sie diese Braten und Bratkartoffeln machen. Damit verringern Sie die Bildung von Acrylamid.

Speise- & Pflanzenöle