Kürbiskernöl

Kürbiskernöl ist ein inhaltlich und geschmacklich besonders wertvolles Kernöl und gehört daher zu den hochwertigsten und teuersten Pflanzenölen, die man im Handel kaufen kann. Seine Zähflüssigkeit, die dunkelgrüne Farbe und sein nussartiger unverwechselbarer milder Geschmack machen es so besonders. Gewonnen wird das Öl in einem aufwendigen Prozess aus dem steirischen Ölkürbis. Aus diesem Grunde wird das Öl auch gerne als schwarzes Gold der Steiermark bezeichnet.

Herkunft

Ursprünglich kommt der Kürbis aus Amerika. Nach der Entdeckung Mittelamerikas gelangte die Frucht nach Europa. Das Kürbiskernöl wird aus einem speziellen Speisekürbis (der steirische Ölkürbis) hergestellt, welcher über die Jahrhunderte durch Züchtung, Selektion und Mutationen entstandene dünnschalige Kerne besitzt und so am hervorragend zur Gewinnung von Pflanzenöl geeignet ist. Wie der Name bereits andeutet, wächst die Kürbissorte vor allem in der Steiermark in Österreich, aber auch in Ungarn, Slowenien und Russland wir er kultiviert. Die Ernte der kleinen 8 bis 10 Kilogramm schweren Kürbisse erfolgt Mitte Oktober. Ein Kürbis enthält ca. 150 Gramm Kürbiskerne.

Ölgewinnung

Zur Gewinnung von Kürbiskernöl werden zunächst die Kerne vom Fruchtfleisch des Kürbisses getrennt. In einem anschließenden Reinigungsprozess werden diese Kürbiskerne von Fruchtfleisch- und Schalenresten befreit. Nun können die Kürbiskerne getrocknet werden. Hierbei reduziert sich ihr Wassergehalt auf bis zu 8%. Dies macht die Samen haltbar und sie können so das ganze Jahr gelagert und zur Pressung von Öl verwendet werden.

Kürlbis

Nun folgt der weitere Herstellungsprozess. Zunächst werden die Kerne gemahlen und anschließend mit heißem Wasser und Salz versetzt. Erst so kann überhaupt ein Öl aus den Kernen gewonnen werden. Das Salz bewirkt, dass das Eiweiß vom Öl getrennt wird. Nun wird die Masse unter ständigem Rühren bei ca. 50 bis 90 Grad geröstet. Durch das Rösten bilden sich die entsprechenden nussartigen Aromen und die einzigartigen Geschmackstoffe aus. Ferner wird das Eiweiß fest und das Wasser, das als Wärmeträger diente verdampft. Direkt nach dem Rösten gelangt die Masse (der sogenannte Ölkuchen) zur Pressung in der Ölmühle in der nun das Öl dickflüssig und dunkelgrün austritt. Die Färbung kommt übrigens durch das in der Samenhülle enthaltene Chlorophyll und Karotin.

Abschließend wird das Öl noch eine Woche gelagert. Hierbei setzen sich Schwebeteilchen ab die anschließen filtriert werden können, bevor das Öl in dunkle Flaschen abgefüllt wird.

Der gepresste Ölkuchen oder Presskuchen (steirisch auch Ölkaas genannt) wird als Futter an Rinder und Schweine verfüttert.

Zur Herstellung von ca. einem Liter Kürbiskernöl werden ca. 2,5 bis 3 Kilogramm Kürbiskerne d.h. ca. 35 Stück Kürbisse benötigt. Auf einer Fussballfeld großen Anbaufläche mit Kürbispflanzen können ca. 5.000 Kürbisse geerntet und hieraus wiederum zwischen 80 und 150 Liter Öl gewonnen werden.

Lagerung und Haltbarkeit

Kürbiskernöl ist wie die meisten pflanzlichen Öle ein sehr empfindliches Speiseöl, welches sehr lichtempfindlich ist. Daher sollte es idealerweise kühl und dunkel gelagert werden. Nur so bleiben auch über längere Zeit die Aromen und Vitamine erhalten. Kürbiskernöl wird deshalb meistens in dunklen Flaschen angeboten. Ist das Öl direkter Sonne ausgesetzt, verliert es schnell wertvolle Inhaltsstoffe und wird bitter. Eine verschlossene Flasche kann zwischen 8 und 12 Monate gelagert werden. Idealerweise sollten Sie aber eine einmal angebrochene Flasche schnellst möglich aufbrauchen. Aus diesem Grund wird das Kürbiskernöl auch häufig nur in kleineren Flaschen angeboten. Sollten Sie das Öl im Kühlschrank aufbewahren, so kann es bei unter 10 Grad passieren, dass dieses fest und klumpig wird. Sind die Temperaturen noch tiefer, flockt es aus. Passiert dies, müssen Sie das Öl lediglich wieder etwas wärmer stellen und die ursprüngliche Konsistenz stellt sich nach kurzer Zeit wieder ein. Auf den Geschmack, die Qualität und das Aroma des Kernöls hat dies keinerlei Auswirkungen.

Qualität erkennen

Qualitativ hochwertiges und gutes Kürbiskernöl können Sie bereits am Etikett erkennen. Der Aufdruck g.g.A. (geschützte, geographische Anlage) weist nicht nur auf das Herstellungsgebiet die Steiermark hin sondern garantiert gleichzeitig auch eine 100% Reinheit des Kürbiskernöls. Andere billige Öle werden meist gestreckt und besitzen die Bezeichnung Salatöl.

Der Geschmack des Öles darf nicht fettig oder bitter sein. Auch sollte es nicht nach Fruchtfleisch schmecken. Gibt man ein paar Tropfen des Öles auf ein Salatblatt, so sollte dieser daran haften bleiben und nicht zerfließen. Auch seine Farbreflexe sind besonders. Das Chlorophyll gibt ihm einen grünlichen Schimmer. Bei der Draufsicht glänzt und schimmert das Öl rötlich.

Inhaltstoffe

Kürbiskernöl besitzt eine besonders günstige Fettzusammensetzung sowie zahlreiche Vitamine wie Vitamin A,B,C, D und E sowie Mineralien und Spurenelemente wie Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Selen oder Zink. Vor allem sein hoher Anteil an mehrfach gesättigten Fettsäuren macht es so besonders. Das Speiseöl besteht aus 9% gesättigten Fettsäuren, 34% einfach ungesättigte Fettsäuren und 55% zweifach ungesättigte Fettsäuren und 2% dreifach ungesättigter Fettsäure. Ferner ist es reich an Linolsäure und Linolensäure.

Gesundheit

Das Kürbiskernöl überzeugt aber nicht nur durch seinen Geschmack und Aroma, sondern auch durch seine gesundheitlich positiven Eigenschaften. So hilft das Kernöl bei Blasenentzündungen, Reizblase und Inkontinenz sowie bei hohen Blutdruck oder erhöhten Blutfettwerten. In der Kosmetik beruhigt es rissige und spröde Haut.

Geschmack und Küche

Kürbiskernöl besitzt ein starkes Aroma und riecht würzig nussig. Seinen Geschmack entfaltet es optimal bei Zimmertemperatur. Der Rauchpunkt des Kernöles liegt mit 120 Grad äußerst niedrig weshalb es weder zum Braten noch zum Kochen geeignet ist. Daher sollte es vorwiegend zum Würzen von Vorspeisen, Hauptgerichten und Nachspeisen verwendet werden. Es passt hervorragend zu frischen Salaten, Tomaten, Saucen, Suppen, Eierspeisen, Wurst, Hartkäse und Frischkäse. Auch harmoniert sein Geschmack hervorragend zu Vanilleeis. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

Tipp 1:

Stellen Sie den Salat nicht in die Sonne und geben Sie das Kürbiskernöldessing erst kurz vor dem Servieren auf den Salat. So vermeiden Sie die Bildung unerwünschter Bitterstoffe.

Tipp 2:

Sollten Sie einmal Kürbiskern auf Ihre Kleidung bekommen haben, so bestrahlen Sie den Fleck zunächst mit UV-Licht. Anschließend müssen Sie es nur noch Waschen und in der Sonne zum trocknen aufhängen.

Tipp 3:

Gutes Kürbiskernöl erkennen Sie, wenn Sie einen Tropfen des Öles auf ein Salatblatt geben und dieser daran haften bleibt und nicht zerfließt.

Information zu Kürbiskernöl
Herkunft: Steiermark
Haltbarkeit: kühl und dunkel zwischen 8 und 12 Monate
Geschmack: würiz nussig
Farbe: goldgelb
Verwendung: würzen
Rauchpunkt: 120 Grad
Speisen: Salaten, Tomaten, Saucen, Suppen, Eierspeisen, Wurst, Hartkäse und Frischkäse, Vanilleeis
Inhaltsstoffe
Gesättigte Fettsäuren: 9,0%
Einfach ungesättigte Fettsäuren
(Ölsäure, Omega 9):
34,0%
Linolsäure
(2-fach ungesättigt; Omega 6):
55,0%
Alpha-Linolensäure
(3-fach ungesättigt; Omega 3):
2,0%
Gamma-Linolsäure
(3-fach ungesättigt; Omega 6):
-

Zusammensetzung von Kürbiskernöl - Inhaltsstoffe

Wissenswertes über Speiseöl

Natives Öl bezeichnet naturbelassenes Öl, dass ohne jegliche Vor- und Nachbehandlung des Rohstoffes oder Öles unter Kaltpressung gewonnen wird. Dies garantiert den Erhalt der Inhaltstoffe und Vitamine. Dies wiederum führt zum optimalen Geschmack und Geruch des Öles.

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